Am 21.April 2026 fand eine Gedenkfeier für vier Fotografen statt, die wir in diesem Jahr verloren haben. Es ist schwer, die passenden Worte für dieses traurige Ereignis zu finden. Ein Fotograf schreibt die Chronik der Menschen durch Licht — er erschafft einzigartige Bilder, die Personen und Momente bewahren. Diese Werke erlauben es uns, immer wieder in vergangene Atmosphären einzutauchen, Emotionen neu zu erleben und sie mit anderen zu teilen. Deshalb lebt die Chronik eines Fotografen auch nach seinem Tod weiter: Seine Bilder schenken Freude und halten die Erinnerung an ihn durch die Vielzahl der eingefangenen Motive lebendig.
Alle vier Fotografen waren auf ihre Weise in verschiedenen Bereichen talentiert:

Dirk Fritsche bleibt uns durch seine besonderen technischen Lösungen und mutigen Animationen in Erinnerung. Jedes seiner Bilder war eine Mischung aus hochprofessionellem Können und einer ganz eigenen Vision von Menschen, Natur und Architektur. Während des Erinnerungsabends wurden z.B. seine Aufnahmen vom Faschingsshooting im Verein gezeigt — sowohl die Originale als auch die mit Hilfe von KI (Künstlicher Intelligenz) bearbeiteten Versionen. Letztere wirkten nicht mehr wie bloße Fotos, sondern wie Gemälde mit tiefgründiger Handlung und Bedeutung.
„Ich lernte Dirk lange vor meinem Eintritt in den Fotoclub kennen. Bei unseren ersten Begegnungen wirkte er verschlossen und wortkarg. Doch im Fotoclub öffnete er sich mir gegenüber gerade durch seine Kreativität — durch seine Animationen, Videos und die Bildbearbeitung. Er besaß Humor, Mut zu technischen Experimenten, war ein großartiger Freund und vertrat stets eine feste Meinung. Man konnte sich immer auf ihn verlassen, besonders wenn es um technischen Rat ging“, erinnert sich ein Mitglied.
Es war diese Verlässlichkeit und Kreativität, die so viele Freunde an diesem Abend zusammenführte, um sein Lebenswerk zu ehren.

Hans Kohlmüller gehörte zu den Wurzeln unseres Fotoclubs. Er war seit 1969 Mitglied bei uns und leitete die Fotogruppe im Foto- und Videokreis diesen über einen langen Zeitraum. Er blieb dem Club stets verbunden, besuchte wann immer er in Erlangen war unsere Vereinsabende und postete regelmäßig auf WA.
Seine Leidenschaft waren neben dem Reisen die Orchideen, darin war er absoluter Experte und hat uns bei seinen zahlreichen Vorträgen darüber in den Bann gezogen.
Außerdem war er ein Quell des Wissens über Eisenbahnen, in keinen seiner Reiseberichte fehlten diese Schienenfahrzeuge, die er mit viel Hintergrundinformationen erklärte.
Es war immer eine Freude mit seiner so langen Erfahrung, über das Leben und die Fotografie zu philosophieren und seine Meinungen über die verschiedenen Aspekte der Lichtkunst auszutauschen.

Wadim Lebtag war zwei Jahre lang Mitglied im Verein, er kam vor über 20 Jahren aus Lemberg (Lewiv) in der Ukraine, nach Erlangen.
Seine Leidenschaft galt der Landschafts- und Naturfotografie. Zwei seiner Werke wurden 2024 in der internationalen Ausstellung in der Erlander Städterpartnerstadt Browary (Ukraine) präsentiert und wurden Teil des Fotoclub-Kalenders.
Wadim war ein außergewöhnlich offener, freundlicher und hilfsbereiter Mensch. Selbst während seiner schweren Krankheit war er stets bestrebt, anderen beizustehen. Als das Schicksal zuschlug, schlossen sich Freunde und Bekannte zusammen, um seiner Familie bei der Beerdigung und anderen Angelegenheiten zu unterstützen. Im Fotoclub wird er als neugieriger und herzlicher Mensch in Erinnerung bleiben. Neben der Fotografie engagierte er sich stark im Bereich der humanitären Hilfe, insbesondere bei Projekten für ukrainische Flüchtlinge und Kinder in der Ukraine.

Wolfgang Schimmel war seit 2015 Mitglied bei uns im Videokreis, er verlies aber unseren Club vor
2 Jahren auf Grund fehlender Videografen im Verein. Er war quasi unser letzter „Filmer“ vom klassischen Stil mit einer „Filmkamera“. Er hat uns mit seinen Vorträgen über den „roten Knopf“ an der Kamera, immer wieder motiviert zu filmen, was ihm unbestritten auch gelang!!!
Er leitete auch unsere Fotowettbewerbe im Verein und war auch lange Zeit der Vorstand im Videokreis, wo wir damals noch getrennte Abende veranstalteten.
Mit Ausbruch von Corona fehlten die persöhnlichen Treffen in der Videogruppe, das war dann auch der Anfang vom Ende unsereres Videozweiges. Ausschließlich Videotreffen sind sehr Zeitintensiv, deshalb gab es seit Gründung des Foto-und Videokreises getrennte Gruppenabende.
Mittlerweile ist Foto- und Videografie bei unseren Mitgliedern zusammengewachsen, ein Vortrag ohne Videos ist die große Ausnahme!
Wir werden Wolfgang mit seiner ruhigen Art und Ausstrahlung nicht vergessen.
Autorin: Viktoria B.-V.