Der Berg ruft …

— auch die Fotografen. Am Berg wird nicht nur viel Bier getrunken, sondern auch sehr viel fotografiert. Überall sieht man die Handies aufleuchten und fröhliche Gesichter auf den Bildschirm blicken. Ein Klick und schon ist das Selfi per SMS oder What’s-App oder irgendeinem sonstigen „sozialen“ Dienst unterwegs in die Welt. Ich frage mich manchmal, was denn an diesen Diensten „sozial“ ist. Es ist eine riesige Werbemaschine, aber eben auch unsere heutige Form zu kommunizieren.

Aber zurück zur Fotografie. Um 21:00 Uhr war unser Treffpunkt an der Martin Luther Kirche vereinbart und so waren der Othmar, die Susanne, die Sabine, der Wolfgang und der Sylvio relativ pünktlich anwesend (und ich natürlich auch). Der Wolfgang hatte die Kamera schon auf dem Stativ und hat über die installierte App Serienbilder für einen kleinen Film aufgenommen. Timelaps nennt man das heute. Bin mal gespannt, wie die sich verändernde Lichtsituation im Film gemeistert wird.

Der Hunger trieb erst mal einige in die Dönerbude und dabei entstanden schon die ersten Bilder. Danach ging es weiter den Menschenmassen folgend die Hauptstraße Richtung Berg. Dabei kamen uns mindestens genau so viele Menschen entgegen, wie auch gerade hochgewandert sind. Wir als Fotografen mittendrin, mal auf der Straße, mal vom Gehsteig aus, immer die Kamera ausgerichtet auf interessante Objekte.

An der Bergstraße angekommen, wurde das Gedränge immer dichter, so dass wir beschlossen, uns alleine durchzukämpfen um uns am Ende am Steinbach Keller zu treffen. Das hat dann auch so geklappt und wir konnten noch rechtzeitig um 22:30 Uhr unser Bier holen und uns auf nun schon freien Bänken im Steinbach Keller zusammen setzen. Und über was redet man dann: natürlich über die nächsten Aktivitäten. Hierzu hat Othmar schon mal eine Bergbesucherin mit Tattoo angesprochen und überzeugen können, für uns mal als Modell zur Verfügung zu stehen. Aber hier kommen erst mal die Ergebnisse unserer gestrigen Aktion.

Hier die Bilder von Othmar:

 

Hier die Bilder von Wilhelm:

Hier die Bilder von Wolfgang:

 

Hier die Bilder von Sylvio:

 

Hier die Bilder von Susanne:

 

 

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5 Gedanken über “Der Berg ruft …

  1. Othmar Wiesenegger

    Danke Wilhelm für die schnelle und sehr gute Arbeit wiedermal, es ist so interessant zu sehen wie unterschiedlich wir Fotografieren und wie wir voneinender lernen können!
    Othmar

  2. Wilhelm Kleinöder Beitrags Autor

    Auch wenn ich selbst den Artikel stellvertretend für alle Teilnehmer verfasst habe, will ich hier noch mal einige technische und inhaltliche Bemerkungen machen und das in der Reihenfolge in der die Bilder hier stehen. Dazu muss ein wenig ausführlicher werden, damit ich auch auf alle Teilnehmer wenigsten ein wenig eingehen kann.

    Der Othmar war ja der Initiator der Aktion und schon dafür erst mal Dank. Gemeinsame Aktionen der aktiven Fotografen und Fotografinnen bringt alle weiter. Schon das Eingangsbild aus dem Riesenrad heraus aufgenommen stimmt uns ein auf die folgende Aktion. Geplant war der Start zur „Blauen Stunde“. Und das ist besonders aus seinen Bilder sofort zu erkennen. Was ihm auch besonders gelungen ist, sind die Bilder mit entfesseltem Blitz, bei dem wir als Teilnehmer harmonisch im noch vorhandenem Umgebungslicht eingebunden sind, ohne dass der Blitz die Personen überstrahlt. Das sind technische Fertigkeiten, die wir von ihm noch lernen können. Mein Favorit ist das Bild von der Schwabach mit den Wandmalereien an der Ufermauer und dem Riesenrad in Bewegung als Symbol für die Bergkirchweih.

    Mein lichtstärkstes Objektiv ist das Sigma 1,8/50mm. Damit wollte ich so lange wie möglich bei vorhandenem Licht fotografieren. Aber wirklich gelungen ist mir das nur ein mal bei dem Portrait vom Othmar bei Blende 1,4 und 1/30 Sekunde (100 ISO). In der Folge habe ich dann Auto-ISO eingestellt. Allerdings habe ich mich damit teilweise selbst überlistet, weil ich gerne mit Blendenvorwahl (A) arbeite. Das wollte ich besonders bei meinen Zoom- und Wischeraufnahmen machen (Blende 11 bis 22), habe aber dabei nicht bedacht, dass dann die Kamera den ISO Wert hochschraubt um zu kurzen Belichtungszeiten zu gelangen. Das ist mir aber erst zu Hause am PC aufgefallen; trotzdem wieder was dazugelernt.

    Zwei Dinge sind aus meiner Sicht in den Bildern von Wolfgang sichtbar: (1) Die Menschen und (2) die Konzentration auf typische Details. Mein absolutes Top Bild in unserer kleinen (Gesamt)-Auswahl ist deshalb auch sein Bild der jugendlichen auf der Treppe. Die Gestaltung mit den drei Rückenansichten und der vierten Person dazwischen platziert. Es ist nicht damit getan, eine Situation, die sich gerade so anbietet einfach abzulichten, sondern die Situation auch fotografisch perfekt zu gestalten. Dazu gehören nicht nur die hell/dunkel Kontraste, sondern auch die dezente Farbigkeit im Bild. Hierzu braucht man die technischen Fertigkeiten im Umgang mit der Kamera aber noch wichtiger auch fotografische Auge um diese Situation so darzustellen. Das gilt auch für seine weiteren Motive, die ebenfalls mit dezenter Farbigkeit die typischen Details dieser Kirchweih einfangen.

    Ein Punkt bei den Bildern von Sylvio fällt mir besonders leicht hervorzuheben (besonders im Vergleich mit meinen eigenen Bildern): Das ist die unglaubliche Schärfe seiner Aufnahmen in dieser Lichtsituation. Da spielt natürlich die technische Ausrüstung mit Vollformat eine Rolle, aber auch hier gilt wie vorher schon gesagt, man muss damit auch entsprechend umgehen können. Die angezeigten Metadaten sind für mich ein wenig verwirrend, aber aus den EXIF-Daten kann ich ISO-Werte von 6400 herauslesen. Daran sieht man, dass er sein Handwerk nicht nur bei der Aufnahme, sondern auch bei der Nachbearbeitung perfekt beherrscht, sonst könnte man diese Qualität nicht erreichen. Eine weitere Besonderheit ist der Rahmen, den er seinen Bildern hinzufügt. Bei meiner ersten Sichtung ist mir bereits aufgefallen, dass damit ein wichtiger Aspekt hervorgehoben wird. Für mich drückt das aus, dass dieser so gewählte Ausschnitt endgültig ist. Dieser Ausschnitt ist genau so gewollt. Ich bin sicher, dass er bereits bei der Aufnahme den Ausschnitt so bestimmt hatte, aber hier noch einmal betont, dass das genau so gewollt war.

    Neu in unserer Runde ist die Susanne. Ein Blick auf die Galerie zeigt schon den wesentlichen Aspekt in ihren Bildern. Es ist die Beschränkung auf mehr oder weniger enge Ausschnitte aus dem ganzen Umfeld der Bergkirchweih. Bei allen Bildern ist aber die bewusste fotografische Gestaltung in der unterschiedlichen Linienführung deutlich zu erkennen (Beispiele Riesenrad und Schießbude). Auch die Farbgestaltung zeigt in fast allen Bilder die Beschränkung auf jeweils einige dominante Farben, wodurch die Bilder an Ausdruck gewinnen. Natürlich gibt es auch hier ein Bild, das mir besonders gefällt: Es sind die Autoscooter. Hier ist die vielleicht für sie typische Konzentration auf wenige Farben (rot/blau – kalt warm) perfekt umgesetzt. Dazu noch die hell/dunkel Kontraste der Personen und die weißen Reflektionen. Ich bin sicher, sie hat noch Schätze in ihrer Kamera, die wir uns ansehen sollten.

  3. Macsportler

    Wilhelm,
    vielen Dank für Deine Kommentierung der Bilder – ich glaube dieser Geist ist es welcher uns nicht nur zu einem Verein macht sondern ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, welches wir nicht mehr missen möchten.
    Wolfgang

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