Manuelle Objektive – Jupiter-9

Im zweiten Teil Manuelle Objektive stelle ich das Jupiter-9 vom КМЗ (Красногорский механический завод) vor. Das Jupiter-9 ist eine neuberechnete Konstruktion auf Basis des Sonnar 1:2, f=8,5 cm von Carl Zeiss Jena (gerechnet von Ludwig Bertele im Jahr 1932/33). Mein Exemplar wurde 1958 hergestellt und ist die älteste Linse in meiner Sammlung. Es hat 15 Blendenlamellen und erzeugt damit einen schönen Unschärfeverlauf. Bei Offenblende zeichnet es angenehm weich, was in der Portraitfotografie durchaus schmeichelt. Es erzeugt einen eher wärmen Farbton. Ich setze es hauptsächlich für Portraits ein – Menschen als auch Tiere 🙂 – und auch für Naturfotos.
Durch die Lichtstärke von 1:2 erscheint es auch geeignet für Low-Light Fotografie. Jedoch erfordert die Beurteilung der Schärfe durch den Sucher (oder Liveview) einiges an Übung und Erfahrung mit dem Objektiv bei Offenblende.

Das Objektiv ist rein mechanisch, aus Metall gefertigt und hat einen Leica M39 Anschluss. Das hört sich sich zunächst nach „Kein Problem, Adapter wird es wohl geben“ an. Ist es jedoch nicht. Der Grund liegt im Auflagemaß des Leica M39 Anschlusses. An Spiegelreflexkameras (analoge wie digitale) ist dieses Objektiv ohne Korrekturlinse nicht zu adaptieren! Durch das geringere Auflagemaß der Spiegellosen lässt es sich jedoch gut adaptieren, wenn man einen Adapter bekommt. Im Gegensatz zu Adaptern M42 auf Canon/Nikon/Sony etc. gibt es Adapter für das Leica M39 Gewinde nicht so zahlreich.

3 Gedanken über “Manuelle Objektive – Jupiter-9

  1. Alpha-Mann

    Hallo Sylvio,
    Wahnsinn, das Objektiv ist mein Jahrgang! Das ist übrigens ein super Jahrgang, wie die Fotos belegen… Ich finde die Bilder haben großen „Tiefgang“ und etwas ganz Besonderes, eine fast analoge Anmutung aber trotzdem mit der ganzen Power und Dynamik der digitalen Fotografie. Ich finde es faszierend, dass diese alten Objektive an hochmodernen SLR-Kameras immer noch ihren besonderen Flair haben…sowie Dark Side of the Moon von einem Highend-Plattenspieler einfach besser klingt als von einem CD-Player!
    Könnte mir vorstellen, dass das Objektiv sich hervorragend für SW-Fotografie eignet?
    Mit welcher Kamera wurden die Fotos gemacht?
    LG Jürgen

  2. Sylvio Beitrags Autor

    Das weiche Zeichnen bei Offenblende und die Umsetzung der Portraits in schwarz-weiß gibt sehr schöne Fotos. Im Zeitalter der Digitalkameras sind Umsetzungen in schwarz-weiß ja vielfältig und es muss auch nicht immer zwangsläufig schwarz und weiß sein 🙂
    Kameras waren spiegellose von Canon – M5 und und R. Durch das Auflagemaß vom Leica M39 Anschluss gibt es keinen Adapter für die EOS x-x D.
    Viele Grüße Sylvio

  3. Macsportler

    Hallo Sylvio,
    Schöner Beitrag! Ja, die Zeiss Jena OBJEKTIVE sind klasse, Meine Stacking Bilder sind auch damit entstanden.
    Schöne Motive!
    Zum Scharfstellen: habe seit kurzem ein neues Werkzeug, welches das manuelle Scharfstellen wirklich erleichtert. Können wir mal reden.
    Grüße
    Wolfgang

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