Venedig im Februar und ein Maskenball

Am 17. Februar fuhren wir mit dem Zug nach Venedig. Nach einer Nacht mit dem stärksten Sturm seit Jahren erreichten wir mit reichlich Verspätung unser Quartier im Sestiere (Stadtviertel) San Polo, im historischen Zentrum von Venedig.

Vor uns lagen stimmungsvolle Tage, viele Fotomotive und auch der Beginn des Carnevale di Venezia.
Und wie bei jeder Ankunft, begeistert mich diese Stadt immer wieder aufs Neue.

Es gibt zwei Arten von Städten:
Alle anderen und Venedig
(Henry James)

Schon vor der Abreise hatten wir uns Gedanken gemacht, wie wir uns dieser wohl am meisten fotografierten Stadt der Welt fotografisch annähern wollten, um nicht “wahllos” drauflos zu fotografieren. Palazzi? Die Kanäle? Gondeln oder besser Gassen, in Farbe oder Schwarzweiß? Bekanntes oder lieber abseits der Touristenpfade? Soweit dies in Venedig noch möglich ist? Alle Vorsätze waren umsonst.
Es ist von allem etwas geworden, denn diese Stadt lässt sich nicht in Motiv-Schubladen packen.
Als Fotograf kann man sich an Venedig nicht satt sehen!
Alle Fotos mit Sony Alpha 7 III & Sony T FE 35mm,f.2.8 Zeiss & Sony FE 24-105 mm, f.4 G

 

Venedig ist, als würde man eine ganze Schachtel
Likörpralinen auf ein mal aufessen.
(Truman Capote)

Gondeln

Schon das Fahrzeug, die schwarze, leichte, schlanke Gondel und die lautlos sanfte Art der Bewegung hat etwas Fremdartiges, träumerisch Schönes und gehört als wesentlicher Faktor in die Stadt des Müßigganges, der Liebe und der Musik.
(Hermann Hesse)

Gassen

Es ist eine sonderbare, knifflige Stadt, und von irgendeinem Punkt zum anderen gegebenen Punkt zu gelangen ist amüsanter als Kreuzworträtsel lösen.
(Ernest Hemingway)

Hier fliegen die Löwen und die Tauben gehen zu Fuß
(Jean Cocteau)

Carnevale di Venezia

Perlenbesetzte Umhänge klirren leise, Brokat und spitzenbesetzte Gewänder funkeln, Pulcinella und Arlecchino auf dem Weg zum Ball des Dogen. Für eine Nacht Hölle, Fegefeuer und Paradies zugleich in der Göttlichen Komödie.
(Ursula Gressmann)

Nachts in Venedig

Der Zauber, den ringsum die Nacht aufgerufen,
Beginnt sich vernehmlich am Meere zu regen,
Im Schatten verblauen die marmornen Stufen
Der stillen Paläste an wogenden Wegen.
(Theodor Däubler)

 

People

Canal Grande

Kein Besuch Venedigs ohne eine Fahrt mit dem Vaporetto, am besten mit der Linie 1 entlang der Sehenswürdigkeiten am Canal Grande

Cannaregio

Sehr gut hat mir das Stadtviertel Cannaregio gefallen. Am bekanntesten ist hier das jüdische Viertel. Ansonsten gibt es hier keine Top-Sehenswürdigkeiten. Dafür findet man hier noch viele kleine Geschäfte, Pensionen und von Einheimischen besuchte Cafes, Bars und Restaurants. Hier entdeckten wir auch ein Viertel des sozialen Wohnungsbaus, das eher nüchtern daherkommt und wenig mit den Klischees von Venedig zu tun hat.

Fotos Jürgen Dietz

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9 Gedanken über “Venedig im Februar und ein Maskenball

  1. futnet

    Sehr schöne und viele Impressionen von Venedig!

    1. Alpha-Mann Beitrags Autor

      Danke Frank, wie immer, kann man sich nicht entscheiden, deshalb sind es ein paar Bilder mehr geworden!

  2. rentnerazubi

    Tolle Bilder, manchmal für meinen Geschmack etwas zu künstlerisch. Trotzdem ein schöner Beitrag auf unserem Lost Place

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    1. Alpha-Mann Beitrags Autor

      Danke Johann, für die ehrliche Rückmeldung, bin im Augenblick mehr auf der Street-Fotografie-Welle, deshalb sind manche Bilder vielleicht zu “künstlerisch”…?

  3. Othmar Wiesenegger

    Super Eindrücke, vor allem fast keine Touristen-Fotos von Gebäuden. Deine Gliederung mit den Texten ist sehr gelungen und die Streetfotografie ist absolut Top!

    1. Alpha-Mann Beitrags Autor

      Danke Othmar, ich hatte ja auch eine super Fotokumpel dabei 🙂

  4. rentnerazubi

    Jeder hat so seine Vorlieben und Fotoansichten, aber diese Vielseitigkeit macht auch den Reiz eines Fotoclubs aus. Es wäre schlimm, wenn wir alle nur Einheitsfotos abliefern würden. Der Beitrag ist sehr aufwendig und toll gestaltet.

    1. Alpha-Mann Beitrags Autor

      Danke für die Rückmeldung. Das sehe ich genauso. In unserem Fall verderben die vielen Köche nicht den Brei!

      1. BEL

        Bin begeistert, Jürgen! Super Beitragsaufbau und faszinierende Bilder! Mir gefallen besonders die künstlerischen und dass sie auch eine etwas andere Seite der Stadt zeigen.

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